0
     

    Die Geschichte des Ringzuges

    1990 - 1995 Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ist weitgehend ländlich geprägt, mit sehr unterschiedlichen Landschaftsformen und vielen wirtschaftlichen Zentren. Da aber die ländliche Idylle zwischen Schwarzwald und Heuberg ohne eine moderne Verkehrs-Infrastruktur nicht funktioniert, haben sich bereits in den frühen 90er Jahren die Verantwortlichen des Regionalverbandes gemeinsam auf eine Reaktivierung des Schienen-Nahverkehrs geeinigt. Die Studie „Integraler Taktfahrplan Bus und Bahn für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg“ wurde erarbeitet und bereits 1995 als Grundlage weiterer Planungen genutzt.

    Damit verbunden waren und sind auch die Bemühungen, Arbeitsplätze in der Region zu halten bzw. anzusiedeln, und den Bürgern der kleineren und größeren Orte einen Anreiz zum Verbleib und zum Eigenheimbau zu geben, insbesondere Familien mit Kindern.

    Nach Wegfall des Monopols der Deutschen Bahn im regionalen Bahnverkehr haben viele Regionen und Kreise ihre Chance ergriffen und entwickeln für ihre Bürger eigene, maßgeschneiderte Nahverkehrsangebote. Grundlage für die neuen erfolgreichen Bahnverkehre sind die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seit der Regionalisierung im Schienenpersonennahverkehr 1996 können die Gebietskörperschaften ihren Schienenverkehr selbst gestalten, ohne ausschließlich auf das Angebot der Deutschen Bahn AG angewiesen zu sein.
    1996 In der nächsten Stufe wurde bereits 1996 das Konzept eines „Ringzuges“ entwickelt, der auf einer ca. 200 km langen Ringstrecke in der Region alle drei Landkreise erreicht: Von Donaueschingen, Villingen-Schwenningen, Rottweil bis Tuttlingen. Daraus entstand der Name „3er-Ringzug“. Er verknüpft alle an der Bahn liegenden Orte mit den Mittelzentren und dem Oberzentrum der Region.

    Um dieses Konzept Wirklichkeit werden zu lassen, mussten zunächst einige Teile des alten Streckennetzes modernisiert oder nach jahrelanger Stilllegung komplett reaktiviert werden. Auch die alten Bahnhöfe und Haltepunkte wurden einer kritischen Betrachtung unterzogen: Renovierung, Neuanlage, Erweiterung, barrierefreier Ausbau, Parkplätze für Autos und Fahrräder – das waren die neuen Vorgaben.

    Nach Gründung des Zweckverbandes Ringzug Schwarzwald-Baar-Heuberg konnte es an die Umsetzung gehen. Das Konzept erwies sich in dieser Konsequenz bundesweit als Vorbild-Projekt.

    Die Kosten für den Ausbau beliefen sich auf über 100 Mio. Euro. Die Finanzierung dieser Infrastruktur wurde durch das Land Baden-Württemberg mit 85% der Investitionssumme großzügig unterstützt. Die restlichen Kosten wurden von den Landkreisen sowie den Städten und Gemeinden der Region aufgebracht.

    2003 Bereits seit September 2003 sind auf der neuen Strecke die ersten Triebwagen von Typ „Regio-Shuttle“ unterwegs – inzwischen verkehren hier 20 dieser modernen Schienenfahrzeuge sowie zusätzlich ein NE 81 im Stundentakt. Rund 13.000 Fahrgäste nutzen täglich dieses preiswerte und komfortable Angebot.
    2005 Seit 2005 ist der Zweckverband selbst ein Eisenbahnverkehrsunternehmen.

    Die Investition der Fahrzeuge wurde vom Land Baden-Württemberg und den regionalen Partnern zu je 50% übernommen. Das Land beteiligt sich auch anteilig an den laufenden Kosten, denn die günstigen Fahrpreise und Gruppentarife können nicht kostendeckend kalkuliert werden.
    Heute Ohne die gemeinsame Anstrengung aller Partner wäre dieses wichtige und heute unersetzliche Projekt nicht zustande gekommen. Hier konnte das verbreitete „Kirchturmdenken“ wirkungsvoll abgeschafft und durch eine neue, gemeinsame Hinwendung zu den Bedürfnissen der Menschen in der Region ersetzt werden.

    Ob umsteigen von Bus auf Ringzug, von Ringzug auf den Fernverkehr und umgekehrt, das System klappt wie am Schnürchen. Denn der Ringzug fügt sich passgenau in das weitere Angebot im Öffentlichen Verkehr im Land ein: Ortsbusse sichern die Feinerschließung in den Gemeinden, Regionalbusse bieten Verbindungen außerhalb der Schienenstrecken. Und natürlich ist der Ringzug auch mit dem Fernverkehr verknüpft: Der InterCity auf der Schwarzwaldbahn nach Konstanz, Kassel und Hamburg sowie auf der Gäubahn nach Stuttgart und Zürich und die RegionalExpress-Züge nach Karlsruhe, Neustadt, Konstanz und Ulm sind an den großen Bahnhöfen optimal mit dem Ringzug verbunden.
     
     
    DatenschutzeinstellungenDiese Website verwendet Cookies. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.
    Ich bin damit einverstanden und kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder ändern.
    Weitere Informationen  |  Individuelle Cookie Einstellungen